Willkomen in der wundersamen Welt der Neurologie. Lassen Sie sich entführen in eine ungeordnete, undurchsichtige und unbelehrbare Realität fernab von unserem doch so geordneten Dasein.
So sollte der Anfang für diese Geschichte lauten. Und warum? Weil man als Kranker oft auf Dinge stößt, die doch recht verwundern. Mit einem Neurologen reden heißt Grenzen der Wahrnehmung einzureißen. Beiderseits. Patient/Neurologe unterhalten sich. Aber was rauskommt ist nicht das Gleiche.
Die Frage des Neurologen „wie geht es?“ will nur die eine Antwort: „GUT“! Der Rest oder etwas Anderslautendes wird ausgeblendet. Ist natürlich dem Erzähler/Patienten nicht bewußt. Er hat eigentlich gesagt, dass es recht gut geht, aber eben nicht so, dass die Krankheit weg ist. Bewußt wird der Zustand des Nichtübereinstimmens der Aussagen erst, wenn man wirklich etwas wie eine medizinische Stellungnahme des Arztes braucht. Und dann kommt es Einem wie ein Schlag eines Boxers. Mit aller Härte. Da wird aus dem ganzen Krankheitsbild nur noch ein kleines Krankheitchen. Mit einem stabilen Verlauf. Wohlgemerkt unter 70 mg Cortison. Aber darauf wird nicht eingegangen. Und was machen Behörden daraus? Gesund dankt Medizin.
Was hab ich daraus gelernt?
- Verlass dich nicht darauf, dass dein Neurologe wirklich genau zuhört
- Wenn du willst, das es von Anfang an richtig läuft, verlass dich auf dich selbst.
- MEIN NEUROLOGE IST MEIN DIENSTLEISTER, NICHT MEIN FREUND
- Behörden sind zum Teil so überfordert, dass sie gar nicht die Zeit haben, wirklich auf die einzelnen Fälle einzugehen.
Wer sich jetzt frägt, was das wohl für ein Fall war: die Beantragung des Schwerbehindertengrades in Bayern.
Und der Kampf geht weiter!