Das Diktat der Impfung

Endlich geimpft! DREIMAL! Wer hätte das vor einem dreiviertel Jahr gedacht.

ICH NICHT!

Endlich Freiheit. Wieder das Leben in vollen Zügen genießen. Keine Einschränkungen. Das Leben kann so schön sein.

Aber was fang ich damit an? Wir haben gerade eine Inzidenz von 623. Raus will ich da eigentlich nicht. So Spielverderber wie Drosten oder Lauterbach meinen ja, ich kann mich immer noch leicht anstecken. Und krank werden. Zwar nicht mehr so schlimm …. aber dennoch.

Also suchen wir mal die Schuldigen an meiner freiwilligen Nichtfreiheit.

Schnell gefunden. Die NICHTGEIMPFTEN. Also alle, die sich impfen lassen können und nur nicht wollen. Müssen ja total Asoziale sein. Feinde der Demokratie. Menschen, die anderen das Recht auf Leben verweigern.

Moment mal. Da sind ja auch Ärzte, Lehrer, Nachbarn, Bekannte, Arbeitskollegen. Ein paar von denen sind Querdenker. Also die selbsternannte neue Elite Deutschlands. In meinen Augen Spinner, die schon zu lange das Recht des Einzelnen über ALLES stellen. Und wer sich mit den Verfolgten des dritten Reiches vergleicht ist sowieso zu demokratieverwöhnt.

Aber warum lassen sich doch so viele „Normale“ nicht impfen?

Die Antwort ist schwierig. Zum Einen die Angst vor dem Neuen. Eine, in den Augen von vielen, neue Impfmethode. Das die Forschung daran schon 20 Jahre dauert wissen die Wenigsten. Dann die Angst vor der Nadel. Auch sehr beliebt. Und natürlich die Spätfolgen der Impfung. Wachsen ja nach einem Jahr neue Gliedmaßen. Nach 2 Jahren stirbt man als Mutant. Auch hier wieder: wer liest, weiß, dass Folgen der Impfung innerhalb von 2 Wochen kommen oder gar nicht. Aber was ist mit den Spätfolgen von Corona? Dem Verlust den Geruch- und Geschmacksinns. Die andauernde Müdigkeit und Unfähigkeit, etwas zu machen. Auch nur banale Tätigkeiten werden zum Marathonlauf. Den Abbau der Blut-Hirn-Schranke. Stoffe können so direkt ins Hirn gelangen. Neurologische Krankheiten, die sich erst nach einigen Jahren zeigen.

Auch wenn ich jetzt als Geimpfter wieder ins Exil – ähm – ich meine zu Hause bleiben muss (und das wird kommen) bin ich doch sicher, richtig gehandelt zu haben. Es ging mir nach den Impfungen nicht gut. Lag auch viel an meiner Krankheit. Aber war doch erträglicher als das Warten auf Folgen von Corona.

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Die Krux bei der Impfung

Impfen ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Hab Alles durch. Und jedes Jahr Grippeschutzimpfung. Kein Thema. Corona-Schutzimpfung: Lieber Heute als Morgen!

Wenn da nicht die Impfverordnung wäre. Priorisierung nennt sich das. Die schützen, die den Schutz am Meisten brauchen.

Tja. Und da haben wir die Krux . Wer braucht Schutz? Alle stark Gefährdeten. Die „Schwächsten“. Was nimmt man da am Besten um zu ermitteln, wer am gefährdesten ist? Die Zahl der Toten je Altergruppe. Also mal Nachgezählt:

Siehe da: ¾ waren älter als 79 Jahre. Also in Prio 1 diese Gruppe. Und ihre Pfleger. Krankenhauspersonal, Notärzte. Was vergessen? Nein. Reicht.

Prio 2: älter als 70 Jahre, Exponierte Dienst (Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst). Kranke? Wieso, die sind doch schon krank. Aber na gut, ein, zwei Krankheitsbilder.

Prio 3: chronisch Kranke. Nicht alle. Ein paar (hier wäre ich mit meiner Autoimmunerkrankung), Verkäufer und noch ein paar Andere.

Keine Prio: Alles das bisher nicht dran war.

Nur noch zur Vollständigkeit: 2018 starben knapp ¾ der Toten in der Alterklasse ab 75 Jahre. Die gleiche Aufteilung wie bei Corona hab ich leider nicht gefunden. Die Zahlen sind Stand 18.03.2021 und die Quelle de.statista.com

Impfen beginnt in den Alten- und Pflegeheimen. Da sind die Meisten Toten zu beklagen. Seit Dezember ist Besuchsverbot. Trotzdem werden immer mehr krank. Wer trägt hier wohl Corona zu den Alten? Kein Kommentar.

Ich selbst hab ja eine Krankheit, bei der ich normal schon wenig Luft bekomme. Und mit Covid19 bin ich ein Fall für die Intensivstation oder die Todesfallstatistik. Interessiert bei mir im Landkreis Pfaffenhofen/Ilm keinen. In den Nachbarlandkreisen ist das anders. Da werden auch Einwohner ohne Vorerkrankung geimpft. Warum? Ich weiß es nicht. Hilft mir auch nicht. Aber jetzt ist die Prio 2 dran. In der bin ich inzwischen. War ein Kampf. Aber Impfen? Fehlanzeige. Erst die Älteren.

Das frustriert mich so sehr, dass ich eigentlich schon Depressionen habe. Aber mein Arzt traut sich nicht mir Medikamente zu geben. Er ist aber auch der, der sich für mich einsetzt und sich auch mit den Impfärzten bei uns anlegt. Ich muss da so durch. Im Homeoffice, alleine in meinem Keller, ohne soziale Kontakte. Dabei WILL ich ja weitermachen. Wieder täglich in die Arbeit. Freunde treffen.

Einfach leben!

Nur wurden Kranke wie ich nie berücksichtigt. Ich bin nicht mal berechtigt, kostenlose FFP2 Masken zu bekommen. Meine Krankenkasse (BKK Mobil Oil) kennt meine Krankheit eben auch nicht. Und genau die sollen ja zukünftig die Krankheitsbilder, die bevorzugt werden, melden. Das kann nur scheitern. Wir mit den sehr seltenen Krankheite fallen einfach durch ein Raster.

DAS DEPRIMIERT MICH UND NIMMT MIR DEN MUT IN DIE ZUKUNFT ZU SEHEN!

Ich hoffe, ich schaffe es bis zur Impfung. Wie auch immer.

Dem Tod ins Angesicht zu schaun und nicht zu zittern in der tiefsten Seele: Das vermag kein Mensch.

© Carl Peter Fröhling (*1933), Dr. phil., deutscher Germanist, Philosoph und Aphoristiker

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Das kleine Blatt Salat

Viele Menschen wollen gesund leben. Sehr lobenswert. Viel Obst, Gemüse und Salat. Auch gut. Allerdings nicht für jeden.

Und natürlich für mich nicht.

Ich nehm ja Immunsuppresiva. Heißt: Alles vermeiden auf oder in dem Keime sein können. Das ist Fleisch, dass nicht mindestens 30 Sekunden eine Kerntemperatur von 75 Grad hatte. Kaltgeräuchertes wie Räucherlachs, geräucherte Forellenfilets aber auch Schwarzwälder Schinken. Roher Fisch (Sushi, Sashimi), rohes Fleisch (Tatar, Carpaccio), Tiramisu, Spiegelei, alles Käsesorten aus Rohmich, alles mit rauer Schale und eben vor allem Salat.

Warum? Und da kommt genau das Problem. Ohne oder mit wenig intaktem Immunsystem kriegt man eben leicht Krankheiten. Und die werden vor allem durch Bakterien (Streptokokken, Staphylokokken, Campylobacter, EHEC und Salmonellen), Viren (Herpes, Rotavirus, Norovirus, Hepatitis A) und auch Pilzen (jawoll, Schimmel) übertragen. Und da der Salat so eine raue Oberfläche, auf der sich alles gut hält, muss dieser vermieden werden.

Dann gehen Sie mal zum Bäcker, Imbiss oder auch in den Supermarkt. Es ist fast keine belegte Semmel oder Brot, auf der nicht das obligatorische Salatblatt ist. Für was soll das eigentlich gut sein? Gesund? Eigentlich nur Wasser und nichts, was dem Körper gut tut. Zierde? Wenn ich die halb verdörrten Blätter ansehe eher ein Argument dagegen. Warum also? Weil der Kunde das GEFÜHL von Gesundheit haben soll.

Mir hilft es auch nichts, wenn es jemand vermeintlich gut mit mir meint und das Salatblatt rausnimmt. Es war ja schon in Kontakt mit dem Rest. Also geht nicht mehr zu Essen. Darum: seid so nett und lasst es einfach mal weg. Zumindest bei ein paar der vorbelegten Snacks. Mir und vielen anderen wäre damit sehr geholfen.

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Corona die wievielte?

Ich wollte das Thema ja eigentlich komplett nicht behandeln. Aber was bleibt einem übrig, wenn die ganze Welt davon spricht. Ich will da mal kein Außenseiter sein.

Als Myastheniegeschädigter und damit in Behandlung nimmt man Immunsuppressiva. Gehört dazu. Und damit ist man automatisch Risikogruppe. Wie schnell man davon überrollt wird, hab ich am eigenen Leib erfahren.

Ich bin (noch) nicht Sars-CoV2 erkrankt. Und das war auch kein großes Thema. Bis zum 13. März 2020. Das war der letzte Tag eines kurzen Urlaubs. Nachmittag klingelte auf einmal das Telefon und mein Chef war dran. Bisschen verlegen und holprig fing er an mir zu erklären, dass man in der Arbeit (in München) einen Corona-Krisenstab hat. Und der hat beschlossen, dass Notfallpläne in Kraft treten. Alle, die können, müssen Homeoffice machen. Alle Anderen arbeiten wie gehabt. Außer Risikogruppe. Deshalb darf ich nicht mehr in die Arbeit. Und solange ich nicht die Möglichkeit habe, von zu Hause zu arbeiten eben freigestellt.

Hat mich einer gefragt, ob ich das will? NEIN! Ist aber sehr gut gemeint. Und nach zwei Tagen hat man mich auserkoren, mal das Arbeiten mit einer CITRIX-Umgebung zu testen. Die IT weiß ja, dass ich zu Hause recht gut ausgestattet bin und mich auch bei Schwierigkeiten auskenne. Es hat, bis auf ein paar Kleinigkeiten, sofort funktioniert. Ich konnte wieder arbeiten. Von zu Hause. Super!

Ich bin jetzt sieben Wochen zu Hause. Eingesperrt. Bin ja Risikogruppe. Ich hätte nie geglaubt, dass mir, obwohl ich auf dem Land und in einem großen Haus lebe, die Decke auf den Kopf fällt. Einfach mal wegfahren für einen Tag. Oder auch nur für zwei Stunden. So schaut inzwischen Abwechslung aus. Leider nicht machbar. Maskenpflicht. Sehr gut. Außer man hat geschwächte Muskulatur und ein eingeschränktes Lungenvolumen. Die FFP2-Masken sind nicht leicht zu ertragen. Nach einer halben Stunde bin ich so fertig, dass ich fast umkippe. Hauptsache, ich werd nicht krank. Obwohl sicher ist das nicht. Wie viele im Moment merken, halten sich vor allem die „Alten“ nicht an die Ausgangsbeschränkung. Wie meine Mutter. Fährt jeden Tag Rad. Und trifft immer „zufällig“ jemanden zum – ja zu was eigentlich. Reden, radeln oder was auch immer. Ohne Mundschutz. Sie ist ja nicht einkaufen. Und deshalb kann auch ich mir nicht sicher sein, gesund zu bleiben.

Bin schon gespannt, wann es bei uns so kommt wie in manchen Ländern im Osten. Das die Ausgangssperre nur noch für Alte und chronisch Vorerkrankte gilt. Kriegen wir dann ein Zeichen auf die Kleidung, dass wir Risikogruppe sind. Oder funktioniert das auch über das Handy? Geht man mir dann aus dem Weg? Wie weit ist es dann noch, diese Gruppe zu isolieren und wo unterzubringen, wo sie sicher ist.

Paralelen aus der Geschichte sind rein zufällig gewählt. Aber währet der Anfänge!!!!!!!!

Und hier noch was, dass mich immer ruhig werden lässt.

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Katarakt – Dankbar oder Wütend?

Jetzt war es soweit. Die erste OP war am 30.09.19. Natürlich als Myastheniegeschädigter stationär in der Herzog Carl Theodor Augenklinik in München. Sehr nettes Team und auch ein ansprechendes Haus. Aufnahme am 29.09.19 am Nachmittag. Zur Wiesnzeit. Wenn man da mit dem Zug anreist ist es ein bißchen komplizierter am Hauptbahnhof.

Meine OP war für kurz vor Mittag (ich hasse diese Zeitangaben) angesetzt. Mein Operateur war Prof. Dr. Koss. Gilt als einer der Besten, was Kataraktoperationen angeht. Muß da ja kein Risiko eingehen. Und wenn man sich mal so richtig durchgesetzt hat, was die Besonderheiten der Myasthenie betrifft, klappt es auch. Es wurde auf ALLE meine besonderen Bedürfnisse eingegangen. Auch bei der Sedierung. Nur ein leichtes Opiad. So leicht, dass ich wirklich jedes Wort und jede Bewegung am Auge mitgekriegt hab. Komisches Gefühl. Aber nicht wirklich schmerzhaft.

Am nächsten Tag dann die Spannung vor Entfernen der Augenbinde, wie es wohl mit der neuen Linse ist.

Erster Schreck, nachdem die Hartschale weg war: Ich seh nur verschwommen. Gott sei Dank war es nur noch ein Pflaster drüber. Und dann die Überraschung

ICH SEH ALLES KLAR UND DEUTLICH

Was für ein tolles Gefühl. Sehkraft nach einem Tag schon 80 %. Nach Zwei 100 %. Und der Schnitt schon fast geschlossen. Besser hätte es nicht sein können.

Aber jetzt zum zweiten Teil der Überschrift.

Wütend: Ja. Der graue Star nach dieser Zeit und Menge von Cortison war nicht überraschen. Aber nachdem ich unter der Cushing-Schwelle war, habe ich nicht mehr damit gerechnet. Auf den letzten Drücker sozusagen. Dadurch musste ich zwei Monate auf Auto fahren verzichten. Freiwillig. Hab einfach nicht mehr genug wahrgenommen.

Dankbar: Jetzt ja. Nachdem alles so gut geklappt hat genieße ich zum ersten Mal nach 44 Jahren in der Frühe wach zu werden und nicht mehr nach der Brille greifen zu müssen. Als ich es musste, hat es mich nicht gestört. Aber so ist schöner.

Nachteile: Ja, auch. Ich brauch eben IMMER eine Lesebrille. Mir hat man zwar eine torische Linse eingesetzt, aber die gleicht nur die Hornhautkrümmung aus. Eine bifokale Linse wollte ich nicht. Kann mir das Sehen damit einfach nicht vorstellen.

Fazit: Ohne Grund die OP nein. Aber jetzt, da ich musste, finde ich es ganz gut.

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Ein notwendiges Übel

Wenn du an einer Autoimmungerkrankung leidest mußt du dich impfen lassen. Ist ja irgendwo logisch. Die Medikamente heißen ja nicht umsonst Immunsupressiva. Unterdrücken halt das Immunsystem. Und deshalb ist jede noch so kleine Infektion dann lebensbedrohlich. Mein Körper kann sich ja nicht wehren.

Also auf zum Fachmann. Ja, den gibt es in München wirklich. Erstmal abgeklärt, ob man schon Impfungen hat. Und dann entscheiden, was man braucht.

Nicht viel, eigentlich. Meningokokken, Pneumokokken, Influenza, Herpes zoster (Gürtelrose).

PUH! Doch viel. Aber leider ALLES nötig.

Dir ersten Beiden hab ich hinter mir. Meningokokken und Pneumokokken. An dem Tag ging es noch. Allerdings hat am Abend der linke Arm (Meningokokken) sehr geschmerzt. In der Nacht wurde dann der Rechte solidarisch. An Schlafen war fast nicht zu denken.

Schlimmer war es am Morgen. Die MG hat das mit der Impfung nicht so gut aufgenommen. Ein arbeitendes Immunsystem hat ihr sehr gut gefallen. War total fertig. Und das hat auch noch bis zum nächsten Tag angehalten. Da wurde es Mittag besser. Und am dritten Tag war es wieder „normal“.

Allerdings hab ich jetzt schon ein bisschen flaues Gefühl im Magen wegen der nächsten Impftermine. Hab bloß leider keine Wahl.

Update 03.09.2019 Nächste Impfung ist erledigt. Meningokokken 4 und Herpes zoster. Die soll angeblich Schwierigkeiten machen. Bin gespannt, wie das wird.

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Wenn du denkst…….

Ich hab tatsächlich daran geglaubt, dass es „normaler“ wird. Leider dachte das Cortison nicht daran.

Letzten Mittwoch hab ich auf dem linken Auge plötzlich schlechter gesehen. Es war, als ob mein Auge plötzlich „verschwommen“ sieht. Kann ja mal vorkommen. Sollte bald wieder weg sein. FALSCH! Blieb auch die nächsten Tage so. Am Freitag bin ich zum Augenarzt meines Vertrauens.

Und was ist die Diagnose?

Richtig: Grauer Star in beiden Augen. Wieder eine tolle Nebenwirkung. Nur hab ich jetzt bei 8 mg Cortison nicht mehr damit gerechnet. Noch darf ich Auto fahren. Wann ich die Operationen machen lasse, ist mir überlassen. Wenn es schlechter wird natürlich sofort.

Und wieder mal eine kleine Erinnerung meiner Krankheit, dass sie mich sehr gerne hat. Darauf kann ich gerne verzichten.

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Zurück zu „Normal“

Langsam wird es wieder. Ich kann zwar weiterhin nicht „schwer“ heben, weite Strecken zurücklegen oder seelische Belastungen gut verarbeiten, aber ich fühl mich besser.

So viel besser, dass ich wieder in meinem Fitnessstudio zu trainieren begonnen habe.

Wieder mal!

Allerdings diesmal, um mich allgemein ein bisschen zu stärken. Ich will auf keinen Fall wegen zu schwacher Muskulatur irgendwann im Rollstuhl sitzen. Also Training.

Meine Trainerin (Danke Yvonne) kennt sich mit den Nebenwirkungen von Prednisolon, Azathioprin und Xarelto aus. Und ihr sagt (sehr überraschend) auch Myasthenia gravis was. Hat eine Ausbildung in Ergo- und Physiotherapie. Merk ich sofort. Sie hat für mich einen REHA-Trainingsplan erstellt. Wichtig ist dabei, dass die Übung langsam und nur soweit durchgeführt werden, wie es bei mir geht. Ja nicht überanstrengen. Komm aber trotzdem ganz schön ins Schwitzen. Allerdings kann ich die Übungen ohne Probleme bewältigen. Das ist zu diesem Zeitpunkt mehr, als ich erwartet habe.

Ein weiterer Schritt Richtung „ich hab die Krankheit akzeptiert und sie wird mich nie beherrschen“ .

Inspiriert wurde ich im Übrigen hiervon:

https://snowflakesandspoons.blogspot.com/2017/01/exercise-for-myasthenia-gravis.html?m=1

und

https://adevilwithsnowflakes.wordpress.com/

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9 Monate

Ich weiß, dass ist eine kurze Zeit für diese Krankheit. Aber es kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Seit Februar wird das Cortison ausgeschlichen. Gleich ein Sprung von 70 auf 50 mg. Ob man das merkt: JA! Und wie. Mein Körper wollte auf einmal nicht mehr alles gleichzeitig machen. Vor allem der Kopf hat sich verändert.

Danach jeweils um 10 pro Woche bis auf 20 mg. Und plötzlich konnte ich mich wieder konzentrieren. Einfach wieder auf dem Boden gehen ist schön.

Und wie ist die Krankheit? Schwierig zu sagen. Mal geht es mir super, mal schlecht. Woran das liegt? Wenn ich das wüsste. Einerseits scheint das Azathioprin zu wirken. Aber noch nicht so, wie es soll. Möglich, weil das Medikament seine volle Wirkung erst nach 12 Monaten hat. Aber es ist auch nicht so schlecht, dass ich gar nichts mehr machen kann. Ist abhängig von der Tagesform.

Was ich in den letzten 9 Monaten zusammengefaßt gelernt habe ist, dass gerade diese Krankheit einen so richtig auf den Boden der Tatsachen zurückholen kann. Egal ob Hitze, Anstrengung, Streß oder auch nur ein klein bißchen Sport. Alles endet damit, dass die Kraft fehlt, um sich gut zu fühlen.

Aber mein Leben verläuft trotzdem recht normal. Auch und gerade wegen der Unterstützung, die ich von allen Seiten bekomme.

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Die Realität der Neurologie

Willkomen in der wundersamen Welt der Neurologie. Lassen Sie sich entführen in eine ungeordnete, undurchsichtige und unbelehrbare Realität fernab von unserem doch so geordneten Dasein.

So sollte der Anfang für diese Geschichte lauten. Und warum? Weil man als Kranker oft auf Dinge stößt, die doch recht verwundern. Mit einem Neurologen reden heißt Grenzen der Wahrnehmung einzureißen. Beiderseits. Patient/Neurologe unterhalten sich. Aber was rauskommt ist nicht das Gleiche.

Die Frage des Neurologen „wie geht es?“ will nur die eine Antwort: „GUT“! Der Rest oder etwas Anderslautendes wird ausgeblendet. Ist natürlich dem Erzähler/Patienten nicht bewußt. Er hat eigentlich gesagt, dass es recht gut geht, aber eben nicht so, dass die Krankheit weg ist. Bewußt wird der Zustand des Nichtübereinstimmens der Aussagen erst, wenn man wirklich etwas wie eine medizinische Stellungnahme des Arztes braucht. Und dann kommt es Einem wie ein Schlag eines Boxers. Mit aller Härte. Da wird aus dem ganzen Krankheitsbild nur noch ein kleines Krankheitchen. Mit einem stabilen Verlauf. Wohlgemerkt unter 70 mg Cortison. Aber darauf wird nicht eingegangen. Und was machen Behörden daraus? Gesund dankt Medizin.

Was hab ich daraus gelernt?

  1. Verlass dich nicht darauf, dass dein Neurologe wirklich genau zuhört
  2. Wenn du willst, das es von Anfang an richtig läuft, verlass dich auf dich selbst.
  3. MEIN NEUROLOGE IST MEIN DIENSTLEISTER, NICHT MEIN FREUND
  4. Behörden sind zum Teil so überfordert, dass sie gar nicht die Zeit haben, wirklich auf die einzelnen Fälle einzugehen.

Wer sich jetzt frägt, was das wohl für ein Fall war: die Beantragung des Schwerbehindertengrades in Bayern.

Und der Kampf geht weiter!

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