Corona die wievielte?

Ich wollte das Thema ja eigentlich komplett nicht behandeln. Aber was bleibt einem übrig, wenn die ganze Welt davon spricht. Ich will da mal kein Außenseiter sein.

Als Myastheniegeschädigter und damit in Behandlung nimmt man Immunsuppressiva. Gehört dazu. Und damit ist man automatisch Risikogruppe. Wie schnell man davon überrollt wird, hab ich am eigenen Leib erfahren.

Ich bin (noch) nicht Sars-CoV2 erkrankt. Und das war auch kein großes Thema. Bis zum 13. März 2020. Das war der letzte Tag eines kurzen Urlaubs. Nachmittag klingelte auf einmal das Telefon und mein Chef war dran. Bisschen verlegen und holprig fing er an mir zu erklären, dass man in der Arbeit (in München) einen Corona-Krisenstab hat. Und der hat beschlossen, dass Notfallpläne in Kraft treten. Alle, die können, müssen Homeoffice machen. Alle Anderen arbeiten wie gehabt. Außer Risikogruppe. Deshalb darf ich nicht mehr in die Arbeit. Und solange ich nicht die Möglichkeit habe, von zu Hause zu arbeiten eben freigestellt.

Hat mich einer gefragt, ob ich das will? NEIN! Ist aber sehr gut gemeint. Und nach zwei Tagen hat man mich auserkoren, mal das Arbeiten mit einer CITRIX-Umgebung zu testen. Die IT weiß ja, dass ich zu Hause recht gut ausgestattet bin und mich auch bei Schwierigkeiten auskenne. Es hat, bis auf ein paar Kleinigkeiten, sofort funktioniert. Ich konnte wieder arbeiten. Von zu Hause. Super!

Ich bin jetzt sieben Wochen zu Hause. Eingesperrt. Bin ja Risikogruppe. Ich hätte nie geglaubt, dass mir, obwohl ich auf dem Land und in einem großen Haus lebe, die Decke auf den Kopf fällt. Einfach mal wegfahren für einen Tag. Oder auch nur für zwei Stunden. So schaut inzwischen Abwechslung aus. Leider nicht machbar. Maskenpflicht. Sehr gut. Außer man hat geschwächte Muskulatur und ein eingeschränktes Lungenvolumen. Die FFP2-Masken sind nicht leicht zu ertragen. Nach einer halben Stunde bin ich so fertig, dass ich fast umkippe. Hauptsache, ich werd nicht krank. Obwohl sicher ist das nicht. Wie viele im Moment merken, halten sich vor allem die „Alten“ nicht an die Ausgangsbeschränkung. Wie meine Mutter. Fährt jeden Tag Rad. Und trifft immer „zufällig“ jemanden zum – ja zu was eigentlich. Reden, radeln oder was auch immer. Ohne Mundschutz. Sie ist ja nicht einkaufen. Und deshalb kann auch ich mir nicht sicher sein, gesund zu bleiben.

Bin schon gespannt, wann es bei uns so kommt wie in manchen Ländern im Osten. Das die Ausgangssperre nur noch für Alte und chronisch Vorerkrankte gilt. Kriegen wir dann ein Zeichen auf die Kleidung, dass wir Risikogruppe sind. Oder funktioniert das auch über das Handy? Geht man mir dann aus dem Weg? Wie weit ist es dann noch, diese Gruppe zu isolieren und wo unterzubringen, wo sie sicher ist.

Paralelen aus der Geschichte sind rein zufällig gewählt. Aber währet der Anfänge!!!!!!!!

Und hier noch was, dass mich immer ruhig werden lässt.

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